Forschungskolloquium Bildungsphilosphie - Bildungsgeschichte (SoSe 2026)
Forschungskolloquium Bildungsphilosphie - Bildungsgeschichte (SoSe 2026)
Die Studierenden verfügen über umfassendes Wissen über die klassischen Ansätze und die aktuellen Entwicklungen der Bildungstheorie unter Berücksichtigung des Zusammenhangs von Bildung und Gesellschaft in seinen modernen Konstellationen. Sie sind befähigt, Bildungstheorien mit Fragen der Sozialphilosophie, der politischen Theorie, der praktischen Philosophie und der Kultursoziologie zu verknüpfen und die bildungstheoretischen und
gesellschaftstheoretischen Konzepte mit zeitdiagnostischen Fragestellungen zu verbinden. Sie können historische und begriffliche Zusammenhänge herstellen und sich mit Fachvertreter*innen darüber wissenschaftlich austauschen.
Die Studierenden verfügen über ein breites und kritisches Verständnis zu teilsdisziplinspezifischen und -übergreifenden Fragen und Problemen der Institutionalisierung von Bildungsprozessen über die Lebensspanne. Sie kennen die Zusammenhänge und Bedingungskonstellationen für pädagogisch professionelles Handeln im Mehrebenensystem des Bildungs- und Sozialwesens. Die Studierenden sind befähigt, Verschiebungen der Bildungsräume in exemplarischen Feldern und historischen Phasen kritisch zu reflektieren. Gesellschaftliche Erwartungen an Bildungsarbeit können sie von Begründungen professioneller Handlungsentscheidungen unterscheiden.
Studierende sind zur kritischen Gesellschaftsanalyse bezogen auf Geschlecht und Kultur in der Weltgesellschaft befähigt. Sie besitzen die Fähigkeit zum selbstständigen analytischen Umgang mit sozialen und kulturellen Ordnungsmustern und sind in der Lage, die Wirkungen von Kategorien in pädagogischen Kontexten zu reflektieren und erziehungswissenschaftlich einzuordnen. Die Studierenden sind befähigt, bildungstheoretische Fragestellungen
im Hinblick auf soziale Strukturen, Institutionen, Handlungen, Repräsentationssysteme und Identitätsbildungsprozesse unter Bezugnahme auf Gesellschaft, Kultur und Geschlecht ausgehend von der Geschlechterforschung kritisch zu reflektieren. Sie sind in der Lage, diese Fragestellungen in globale Zusammenhänge einzuordnen und auf diese anzuwenden. Sie besitzen Kenntnisse über weltweite Migrationen und deren Wirkungen in der Dynamik der
Geschlechterverhältnisse in verschieden gesellschaftlichen Kontexten. Sie verfügen über ein breites Wissen über historische und aktuelle Ansätze der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung und Queer Studies sowie der erziehungswissenschaftlichen Migrationsforschung. Auf Basis des so erworbenen Reflexionswissens sind die Studierenden in der Lage, pädagogische und institutionelle Bedingungen zu beurteilen und entsprechendes
professionelles Handeln einzuleiten wie auch entsprechende Forschungsvorhaben zu entwickeln.
Die Studierenden können erziehungswissenschaftliche Forschung kritisch analysieren und sie sind in der Lage unter Berücksichtigung wissenschaftstheoretischer Positionen weitgehend eigenständig forschungsorientierte Projekte durchzuführen. Die Studierenden verfügen über vertieftes Wissen zur theoretisch-methodischen Begründung von Forschung. Sie kennen die methodologischen Voraussetzungen unterschiedlicher Forschungsansätze und beherrschen die Konzeptualisierung sowie Umsetzung von Forschungsvorhaben, einschließlich des Einsatzes von Forschungsmethoden. Sie sind in der Lage, den Forschungsprozess kritisch zu beurteilen, und die (soziale) Positionierung der Forschenden im Prozess zu reflektieren. Die Studierenden sind mit den Grundlagen der Theoriebildung, der Erstellung von Forschungsberichten sowie der Dokumentation der Ergebnisse vertraut. Durch die Forschungsarbeit in der Gruppe und das individuelle Verfassen des Forschungsberichts sind die Studierenden mit Verfahren der Forschungspraxis vertraut und befähigt, pädagogische Phänomene und Probleme zu erforschen.
a Sozial- und Kulturgeschichte von Erziehung und Bildung
Die Studierenden besitzen vertieftes Wissen über Bildungstheorien, pädagogische Diskurse und Institutionen der Bildung und Erziehung und deren Veränderungsprozesse. Sie sind in der Lage, kulturelle, soziale, politische und institutionelle Bedingungen pädagogischen Handelns und erziehungswissenschaftlicher Fragestellungen aus einer lokalen und globalen Perspektive zu analysieren. Entsprechend dem spezifischen Fokus des Wahlpflichtfachs sind sie mit den zentralen methodologischen Verfahren der pädagogischen Historiographie vertraut. Die Studierenden verfügen über bildungshistorische Kenntnisse und eine geschichtlich reflektierte Professionalität zur konzeptionellen Umsetzung in Bildungseinrichtungen und Bildungsinstitutionen.
b Sozialpädagogik und erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung
Die Studierenden verfügen über grundlegende Kenntnisse zu verschiedenen theoretischen Ansätzen in der Sozialpädagogik und der Kindheitsforschung sowie den personenbezogenen sozialen Dienstleistungen und sind zudem in der Lage, diese verschiedenen theoretischen Ansätze gegeneinander abzugrenzen und zu beurteilen. Die Studierenden verfügen ferner über grundlegende Kenntnisse zur Geschichte der Sozialpädagogik und Kindheitsforschung, einschließlich der Handlungsfelder Sozialer Arbeit wie der Kindheitspädagogik, deren Konstitution, Geschichte und rechtlichen Rahmungen. Sie können die Ansätze und Erkenntnisse der Sozialpädagogik und der Kindheitsforschung mit Überlegungen zur Professionalisierung in den entsprechenden pädagogischen Handlungsfeldern verknüpfen.
c Erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung und ihre gesellschaftlichen Kontexte
Die Studierenden verfügen über Wissen über erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung in globalisierten und migrationsgesellschaftlichen Kontexten. Sie sind in der Lage methodologische, methodische und wissenschaftstheoretische Fragen der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung im Kontext von Differenz und Dominanz zu beurteilen und kritisch zu reflektieren. Sie können analysieren, welche pädagogischen Konzepte sich aus den Theorien, Diskussionen und Methoden der intersektional-feministischen Geschlechterforschung entwickelt haben. Die Studierenden sind in der Lage, Forschungsbefunde zu vermitteln, Beiträge zur Fachdiskussion im Austausch mit Fachvertreter*innen zu leisten und wissenschaftlich fundierte Konzepte zu erarbeiten.
d Erwachsenen- und Weiterbildung
Die Studierenden verfügen über vertieftes Wissen und ein kritisches Verständnis von Erwachsenen- und Weiterbildung. Sie reflektieren kritisch die bereichsspezifische Entwicklung von allgemeiner Erwachsenenbildung und beruflicher Weiterbildung mit ihrer doppelten Referenz zum Bildungs- und Beschäftigungssystem. Auf der Grundlage systematischer, historischer, empirischer und komparativer Perspektiven sind sie in der Lage analytisches Wissen über die plurale Verfasstheit von Lern- und Weiterbildungsprozessen von Erwachsenen in realen Kontexten anzuwenden. Sie können wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Strukturen und Handlungsfeldern der Erwachsenen- und Weiterbildung in Beziehung setzen. Die Studierenden sind befähigt, allgemeine, wissenschaftliche, berufliche und betriebliche Weiterbildung mit ihren Subjektbezügen und in ihren gesellschaftlichen Dimensionen zu analysieren sowie entsprechende Theorien und Konzepte forschungs- und anwendungsorientiert weiterzuentwickeln.
Die Studierenden sind in der Lage, eine eingegrenzte erziehungswissenschaftliche Fragestellung, ein bestimmtes pädagogisches Phänomen oder Problem selbständig und den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechend innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens zu bearbeiten. Sie können dabei eigenständig die Formulierung einer Fragestellung, eine fachliche Einbettung der Thematik und ein methodologisch gestütztes Verfahren in der Argumentation durchführen.